Eine große Geschichte, aber auch viel Arbeit: Wie eine Geschichte entsteht



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  • Die Idee</strong>
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Der Anfang - die Idee

Es war schon immer ein Wunsch von mir eine eigene Welt zu erschaffen. Der Weg dorthin ist jedoch nicht so einfach wie man es sich auf den ersten Blick vorstellen mag. Da mir das Fantasy-Genre schon immer am Herzen lag, war es auch klar dass die Welt in diesem Kontext stehen soll. Doch wo beginnt man bei solch einem Vorhaben - und was gilt es dabei zu beachten? Erst als ich mir die Welt näher ansah, die ich zuerst zeichnerisch entworfen habe, wurde mir klar dass eine gute Fantasy Welt etwas mehr braucht als ich es mir so vorgestellt hatte. Auch wurde mir hier erst richtig bewusst dass keine Geschichte gut sein kann die nicht in ein übergreifendes Universum eingebettet wird. Es galt also eine Welt von ihren Anfängen her zu erschaffen, und schon war ich komplett weg von meinem ursprünglichen Gedanken. Die Geschichte kann ja nur gut werden wenn alles bis ins Kleinste durchdacht ist. So blieb mir nichts anderes übrig als erst einmal einen Zeitsprung zu den Anfängen meiner Welt zu machen um diese von vorne aufzubauen. Mir wurde hier immer mehr bewusst wie wichtig dieser Kontext ist und so weitete ich die Welt aus. Es war dann auch erforderlich dass es mehr als eine Welt vor Vanafelgar geben musste um die Chroniken glaubhaft darzustellen. Denn erst wenn ich meine eigenen Ansprüche befriedige kann das Werk fortgeführt werden. Und die sind hoch. Ich begann also damit eine Metaphysik zu entwerfen die bis an den Anbeginn der Zeit zurückreicht. Hier stieß ich jedoch an die Grenzen des für mich im Geist noch skizzierbaren und so entwarf ich eine erste Geschichte, die ich um- und ausbauen konnte wie es mir gefiel. Diese Geschichte war die Alatheira. Hier entstand die Metaphysik und die grundlegenden Dinge die die Völker Vanafelgars ausmachen. Schon bei der Arbeit an der Alatheira beschlich mich das dumpfe Gefühl dass sie bei weitem nicht ausreicht um alle Belange zu tangieren, die die Chroniken von Vanafelgar erfassen. Ich war zwar fix und fertig als ich so mein erstes Buch geschrieben habe, doch brannte die Flamme des Schöpfers noch heiß in mir und ich machte mich weiter ans Werk. Ich hatte mir jetzt ja das richtige Handwerkszeug geschaffen und glaubte dass es jetzt leichter wird. In gewisser Weise stimmte das auch, doch die Ilvaria, die ich nun schrieb, wurde immer größer und die Stammbäume länger. Zum Glück half mir meine Familie dabei so dass ich nicht den Faden verlor oder irgendwelche Zusammenhänge durcheinanderbrachte. Das Ganze war jetzt in Schwerstarbeit ausgeartet und ich kam fast nicht mehr mit den Skizzen voran in denen ich mir beim Schreiben die Orte und Begebenheiten vorzeichnete. Heute müssen wir lachen wenn wir an jenen Moment denken als feststand dass die Ilvaria auch noch nicht ausreicht um den Chroniken von Vanafelgar ihr Fundament zu geben. Denn etwas mehr ist hier immer besser als etwas zu wenig. Also wurde ein neuer Aspekt in Angriff genommen. Das Ulkaldorium. Am Anfang hatte ich darauf gar keine Lust doch schnell wollten meine Gedanken nicht mehr davon lassen Ulkaldor zu entwerfen. Und es wurde gut. Mit dem Aufbau durch die Alatheira, die Ilvaria und das Ulkaldorium waren dann endlich die Grundsteine für die Chroniken von Vanafelgar gelegt. Das Durchhalten war hier immer das Wichtigste gewesen und ich musste hunderte Male meinen inneren Schweinehund niederstrecken um weiterzumachen. Aber was wäre alle Arbeit wert gewesen wenn sie nicht vollendet würde? Und wie hätte ich vor meinen Mitstreitern dagestanden wenn ich das Projekt aufgegeben oder noch schlimmer es entschlummern ließe. Es ging also weiter und die Chroniken von Vanafelgar zeigen meiner Meinung nach was eine gute Vorarbeit wert ist. Durch die Vorarbeiten erhalten die Chroniken von Vanafelgar eine Tiefe, die sonst nicht möglich geworden wäre. Dann entschlossen wir uns die bereits niedergeschriebenen Bände lektorieren zu lassen. Denn wenn man sich auch noch so viel Mühe gibt, man übersieht doch einiges was natürlich auch der Betriebsblindheit geschuldet ist. Und nach solch einem großen Aufwand fand ich dass es dem Werk angemessen war die Lektorin Frau Dreuth hinzuzuziehen. Sie hat dann nochmals alles überarbeitet und in einen anderen Stil gebracht der uns allen sehr gut gefällt. Wir wussten von Anfang an dass die Welt von Vanafelgar einer ansprechenden Karte bedurfte damit der Leser nicht den Überblick verliert und auch einmal alle Lande schnell überschauen kann. Hier kam dann Herr Friebe von Lausitz -Bild ins Spiel. Ich hatte mich lange danach umgesehen wie man eine gute Karte zusammenstellt, und immer wieder stieß ich dabei auf dessen Namen. Bei der Durchsicht von seiner Webseite kam mir dann der Gedanke dass ich ihn einfach einmal frage ob er sie für mich machen kann und was so etwas kostet. Gesagt getan. Es stellte sich sofort heraus dass wir gut miteinander konnten und das Ergebnis, nicht nur was die Karte betrifft, kann jetzt jeder auf dieser Webseite hier sehen. Auch übernahm Jörg Friebe dann die Umgestaltung der Buchcover und wir arbeiten weiterhin bestens zusammen. Denn die Reise in Vanafelgar geht weiter.

Urbuch Vanafelgar

Skizze Vanafelgar

Die erste Visualisierung - Skizzen ohne Ende

Das ist ein Massentext der den späteren Spezialtest ersetzt, zum Zwecke der Veranschaulichung und damit hier überhaupt etwas steht. Dafür sieht er aber schon ganz gut aus, dieser Massentext, auch wenn er momentan nichts ausagt, außer der Tatsache, das er schon mal da ist.

Skizze Vanafelgar

 

Das Schreiben

Das ist ein Massentext der den späteren Spezialtest ersetzt, zum Zwecke der Veranschaulichung und damit hier überhaupt etwas steht. Dafür sieht er aber schon ganz gut aus, dieser Massentext, auch wenn er momentan nichts ausagt, außer der Tatsache, das er schon mal da ist.

 

Illustrationen - die visuelle Begegnung mit Vanafelgar

Aufgeschrieben vom Illustrator/Fotograf Jörg Friebe (www.Lausitz-Bild.de)

Das Illustrieren einer solchen umfangreichen Saga ist immer ein schwieriges, weil umfangreiches Thema. Gleich mehrere Klippen sind dabei zu umschiffen und unzählige Fragen im Vorfeld zu beantworten. So u.a. `Wie weit soll eine Illustration Szenen abbilden, ohne das beim Lesen entstehende Kopfkino zu beeinflussen?`oder `Wie vielfältig werden die Illustrationen eingesetzt, für welche Medien verwendet?`. Arbeitsaufwand und damit verbunden der finanzielle Aufwand sollte kalkuliert und letztendlich auch die Chemie zwischen Schriftsteller und Illustrator ausgelotet werden. In dem Fall der "Chroniken von Vanafelgar" waren solche Überlegungen sehr schnell geklärt, denn hier passierten gleich mehrere glückliche Zufälle, die das Projekt von Anfang an auf ein professionelles Niveau hoben. So wurde mein "Eingewöhnen" in die Geschichte durch hunderte Skizzen des Autors extrem verkürzt – ein nicht zu unterschätzender Vorteil, weil dadurch Missverständnisse und damit Mehrarbeit minimiert wurden. Ich bin noch nie auf eine so gute Vorbereitung gestoßen, wie das hier der Fall war. Auf der anderen Seite traf der Wunsch des Schriftstellers nach Visualisierung seiner Geschichte auf fruchtbaren Boden, denn ich beschäftigte mich schon seit der Kindheit mit Märchenillustrationen oder Bildmontagen nicht existierender Welten. Zudem fing die Zusammenarbeit sehr langsam, überlegt, abtastend und vorsichtig an. Erst wurde "nur" eine Gestaltung einer Übersichtskarte von Vanafelgar abverlangt, für mich anfangs eine reine Routine – dachte ich. Doch die Karte hatte es in sich und lehrte mich schnell, die Konzentration auf 100% hoch zu schrauben und all mein Können im "Pixel schubsen" abzurufen. Zum Einen waren die Umgebungsvariablen (Lage der Orte, Gebirge, Reiche, Landschaften) exakt vorgegeben, der Spielraum für Interpretationen damit sehr eng gehalten und zum Anderen war der Umfang des Karteninhalts so gewaltig, das letztendlich das festgelegte Format von DIN A3 auf A0 erweitert werden musste. Hört sich problemlos an, hat aber zur Folge, das sich der Arbeitsaufwand mindestens verdreifacht. Über 500 Orte waren namentlich zu erfassen – diese Anzahl habe ich selbst bei zeitgemäßen realen Karten selten verarbeitet. Anfangs wurden die Umrisse, Gewässer und Beschriftungen als Vektorgrafik in Illustrator erstellt. Vektorgrafiken haben den unschätzbaren Vorteil, das sie beliebig skalierbar sind, ohne das es zu Qualitätsverlusten kommt. Diesen Vorteil wollte ich so lange wie möglich erhalten und erst als alle Orte exakt stimmten, wurden die 14 Illustrator-Ebenen in Photoshop exportiert, wo die restlichen Bodenstrukturen ergänzt wurden. Innerhalb eines Monats (durchschnittlich 3 Stunden pro Tag) konnte die Karte Vanafelgars bis zur Korrekturfassung erstellt werden – mir kam es wie eine Woche vor – ein untrügliche Zeichen, das die Arbeit Spaß machte. Offensichtlich war dieser Spaß auch in der Karte ablesbar, denn mein Auftraggeber Robert wollte sehr bald Nachschlag. Inzwischen hatte sich die Arbeits-Beziehung zwischen Autor und Pixelbastler (trotz physischer Entfernung - wir hatten uns noch nicht einmal persönlich gesehen - so weit in der Sache vertieft, das ein Weiterarbeiten Sinn machte. Auch hier war die gleiche Interessenlage vorteilhaft. Meine bisherige Erfahrung über das visuelle Verkaufen (Bilder funktionieren schneller als Texte) und der unbändige Wille Roberts, sein Werk unter die Leute zu bringen, mündeten in dem Bestreben, die vorhandene Webpräsenz und die Gestaltung der Buchcover zeitgemäß aufzuwerten. Uns beiden war klar, das die modernen Sehgewohnheiten der Nutzer unbedingt adäquate Werbeauftritte mit Appetit-machenden Bilderhäppchen bedurften. In dieser Zeit nahm ich meine Umgebung unter einen besonderen Blickwinkel wahr. Ich prüfte schlichtweg alles auf seine Brauchbarkeit für die angedachten Montagen. Ich besuchte Mittelalterfeste, kaufte auch mal ein Foto auf, durchstöberte meine Heimatstadt nach spätmittelalterlichen Kopfsteinpflaster und fand das eine oder andere Gebäude, welches sich zum Thema verwenden ließ. Es ist immer die Materialsuche, die den aufwändigen Teil der Arbeit darstellt. Die Montagen selbst gehen bei guter Vorbereitung wie von selbst, was die Anordnung der Elemente innerhalb des Bildes betrifft. Einzig die Feinarbeiten, das Setzen der Lichter und Schatten, das Verschmelzen der Elemente zu einem organisch Ganzen ist noch mal eine knifflige Angelegenheit die aber für jeden eingearbeiteten Photoshop-Frimler lösbar ist. Wohin die visual-gestalterische Reise hingeht und wie lange diese noch dauert – ich weiß es nicht und es ist auch egal: denn wenn so viel Spaß am Entdecken neuer Welten dabei ist, reise ich gern auf Vanafelgar...

Illustration "Vanafelgar" von Jörg Friebe